meistro Gruppe

Energieberatung – Zielsetzung bis Umsetzung

1. Zielsetzung & Erwartung definieren

  • Klar festlegen: Was möchte Ihr Unternehmen erreichen? (z. B. Reduktion Energiekosten um X %, Senkung CO₂-Emissionen, Verbesserung Energieeffizienz).
  • Zeitrahmen definieren: kurzfristige (6-12 Monate), mittelfristige (1-3 Jahre) Maßnahmen.
  • Budgetrahmen und Verantwortlichkeiten intern festlegen (wer steuert das Projekt, wer ist Ansprechpartner, wer setzt um).
  • Förder- und Zuschussmöglichkeiten prüfen (meistro weist darauf hin, dass Beratung für KMU förderfähig sein kann).

2. Vorbereitung: Grundlagen bereitstellen

Damit die Beratung effizient durchgeführt werden kann, sollten Sie folgende Daten und Materialien im Vorfeld sammeln und bereitstellen:

  • Energieabrechnungen (Strom, Gas, ggf. Wärme) der letzten 2 bis 3 Jahre.
  • Verbrauchs-, Lastgangdaten sowie Zählernummern und Abnahmestelleninformationen.
  • Übersicht der technischen Anlagen mit Energienutzung: Maschinen, Lüftung, Klima, Heiz-, Kühl-, Lichtsysteme.
  • Planungs-, Betriebs- und Wartungsunterlagen wichtiger energierelevanter Systeme (z. B. Heizkessel, Kompressoren, Lüftungsanlagen).
  • Organisationsstrukturen & Verantwortlichkeiten in Ihrem Unternehmen bezüglich Energieeinsatz und Energieprozesse (Wer ist zuständig, wer bearbeitet Daten).
  • Bereits vorhandene Kennzahlen oder Energieberichte (falls vorhanden): z. B. Energieintensität, spezifischer Verbrauch pro Einheit Produktion.
  • Zugang zu relevanten Personen vor Ort für Betriebsbegehung und Interviews (z. B. Technikleitung, Instandhaltung, Produktionsleitung).
  • Ggf. Informationen zu bereits geplanten oder laufenden Investitionen im Bereich Energie oder Effizienz.

3. Beratungsprozess Schritt-für-Schritt

  • Vorgespräch / Bedarfsermittlung
    Einstiegsgespräch mit Ihrem Unternehmen zur Situationsanalyse, Zieldefinition, Rahmenbedingungen.
  • Betriebsbegehung und Erfassung vor Ort
    Fachberater kommt ins Unternehmen, inspiziert Anlagen, beleuchtet Energieflüsse, befragt Schlüsselpersonen.
  • Datenprüfung und Analyse des Energieverbrauchs
    Auswertung der bereitgestellten Unterlagen, Identifikation von Hauptverbrauchern, Lastspitzen, Ineffizienzen.
  • Identifikation von Einsparpotenzialen
    Kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen zur Verbesserung (Technik, Organisation, Verhaltensänderung).
  • Einmaßnahmenkatalog und Bericht
    Report mit Handlungsempfehlungen, Wirtschaftlichkeitsberechnungen, Fördermöglichkeiten.
  • Präsentation & Beratung
    Ergebnisvorstellung, Diskussion mit Geschäftsführung/Verantwortlichen, Anpassung Maßnahmenplan.
  • Umsetzung & Monitoring (optional)
    Unterstützung bei Umsetzung, Begleitung, Einführung Monitoring zur nachhaltigen Wirkungssicherung.

4. So ziehen Sie den maximalen Nutzen

  • Sorgen Sie für interne Einbindung: Schlüsselbereiche wie Produktion, Technik, Instandhaltung, Betriebskosten müssen mitwirken.
  • Nutzen Sie den Maßnahmenkatalog als regelrechte „Roadmap“ mit Verantwortlichkeiten, Zeitplan, Budget und Meilensteinen.
  • Priorisieren Sie Maßnahmen nach Wirkung und Umsetzbarkeit: oft lohnt sich zuerst „Low-hanging fruits“ (z. B. Beleuchtung, Steuerungssysteme) bevor große Investitionen. meistro nennt Beleuchtung und Heiz-/Klimaanlagen als typische Einsparfelder.
  • Nutzen Sie Förderprogramme: meistro weist darauf hin, dass ein Teil der Beratungskosten (z. B. pauschal 7.500 €, davon bis ca. 3.000 € gefördert) übernommen werden kann.
  • Setzen Sie Monitoring- und Kennzahlensysteme ein: Erfassen Sie regelmäßig Verbrauchsdaten, vergleichen Sie Soll- und Ist-Zustand, leiten Sie Folgeaktionen ein.
  • Evaluieren Sie regelmäßig (z. B. halbjährlich) den Fortschritt der Maßnahmen: Was wurde umgesetzt? Welche Einsparungen wurden erzielt? Welche Maßnahmen müssen nachjustiert werden?
  • Ziehen Sie meistro als langfristigen Partner: Die Beratung endet nicht zwingend mit dem Bericht – eine nachfolgende Begleitung sichert nachhaltige Ergebnisse.
  • Kommunizieren Sie intern und extern: Nutzen Sie die Erfolge zur Motivation der Belegschaft und zur Stärkung Ihrer Nachhaltigkeits- bzw. CSR-Strategie.

Patrik Lammert

Geschäftsführer | pur4mance GmbH | Leonberg

Herr Patrik Lammert ist Geschäftsführer der pur4mance GmbH in Leonberg. Das Unternehmen entwickelt spezialisierte Softwarelösungen zur zielorientierten Bauteilpreiskalkulation und CO₂-Bilanzierung für industrielle Fertigungs- und Beschichtungsprozesse.

An der Schnittstelle von Datenanalyse, Fertigungstechnik und Nachhaltigkeit entwickelt er algorithmusbasierte Werkzeuge, mit denen Unternehmen Kosten- und Emissionspotenziale transparent, belastbar und reproduzierbar quantifizieren können. Ziel ist eine faktenbasierte Entscheidungsgrundlage für Wirtschaftlichkeit und Dekarbonisierung.


Fachliche Schwerpunkte

  • Entwicklung und Implementierung einer algorithmusbasierten Plattform zur Kosten- und CO₂-Ermittlung von Bauteilen auf Basis technischer Fertigungsdaten und 3D-Modelle
  • Integration von Material-, Prozess- und Energiedaten in automatisierte Kalkulationssysteme
  • Simulation und Optimierung von Produktionsketten hinsichtlich Ressourceneffizienz und Nachhaltigkeit
  • Digitale CO₂-Bilanzierung industrieller Fertigungsprozesse im Einklang mit europäischen Nachhaltigkeitsanforderungen (u. a. CSRD, EU-Taxonomie)
  • Aufbau von API-Schnittstellen zur Vernetzung mit Einkaufssystemen, Energie-Monitoring und Umweltmanagement-Software

Kooperation mit Michael Dallmayer

CO₂-Fußabdruck galvanischer Beschichtungen

Gemeinsam mit Michael Dallmayer entwickelte Patrik Lammert eine praxisorientierte Methodik zur belastbaren Berechnung des CO₂-Fußabdrucks galvanischer Beschichtungsprozesse.

Im Rahmen ihres Vortrags auf der Deutsche Gesellschaft für Galvano- und Oberflächentechnik-Oberflächentagung 2024 („Die praktische Umsetzung der Richtlinien und Gesetze zur Reduzierung von CO₂-Emissionen am Beispiel Galvanik“) zeigten sie:

  • wie Prozesssimulationen präzise Emissionsdaten für galvanische Prozesse liefern,
  • dass Produktionsparameter wie Elektrolyttyp, Vorbehandlung, Stromdichte und Energiebedarf maßgeblich die CO₂-Bilanz beeinflussen,
  • und wie integrierte Kosten- und Emissionsmodelle eine belastbare Entscheidungsbasis für Investitionen und Prozessanpassungen schaffen.

Kernbotschaft der Zusammenarbeit

Valide CO₂-Reduktionspotenziale lassen sich nur durch eine integrierte Betrachtung von Fertigungsprozessen, Anlagentechnik und Energieflüssen ermitteln.

Die Kombination aus der pur4mance-Softwarearchitektur und der galvanotechnischen Prozess- und Anlagenexpertise von Michael Dallmayer ermöglicht eine präzise, technisch fundierte und wirtschaftlich bewertbare Analyse industrieller Beschichtungsprozesse.